Vereinsausflug zur Künstler-Nekropole

Was macht Schwarts eigentlich, wenn keine Festivlas oder Partys veranstaltet werden? 

Na, zum Beispiel einen "Vereinsausflug mit Grillen".
Natürlich nicht einfach so, wir leben unser Vereinsmotto "Der Kunst- und Kulturverein zur Erweiterung der subkulturellen Szenelandschaft".

Und weil, wer hätte das gedacht ;), ein nicht geringer Teil der Vereinsmitglieder durchaus in der eher "dunklen" Subkultur verortet sind,
lag nichts näher als einen Friedhof zum Ausflugziel zu erklären (Ihr wisst schon, das alte Klische vom "Gruftie" und so...).

Schwarts wäre aber nicht Schwarts, wenn nicht dem kulturellen Aspekt genüge getan würde. 

Also ging's Anfang August am späten Nachmittag mit Grill, Holzkohle und genügent Grillgut und anderen Genussmitteln bewaffnet stilgerecht zur Künstler-Nekropole Kassel.
Am westlichen Statdtrand weitgehend im Wald verborgen und mit dem Charme einer gewissen morbiden Romantik, 

haben ausgewählte KünstlerInnen von Document-Rang dort schon zu Lebzeiten Ihr eigenes Grabmal gestaltet.

 

 

 

Wir starteten den Rundgang am Parkplatz unterhalb der Nekropole und machten uns zunächst auf den zu Fritz Schwegler's Monument "EN6355".

 

Einem großen Sarkophag aus dunkler Basaltlava, direkt oberhalb vom "Blauen See" - dessen Namensherkunft auch nach tiefschürfender Diskussion nicht entgültig erklärt worden konnte - vielleicht kannst du uns ja einen wetvollen Hinweis geben??? 

 

 

 

Weiter ging's und wir kamen an einem mit Braille-Schrift verzierten Grabmal vorbei, bevor wir den "Spielraum" von Werner Ruhau entdeckten, die der Künstler als eine Kult- und Feststätte mit der Anmutung eines Amphitheaters angelegt hat.


Um einen mittig angelegten Kubus, als einer Art Altar, gruppiert sich eine erhöhte Sitzmulde.
"Das ist ja der ideale Platz zum Grillen!" waren wir uns (ausnahmsweise ;) ) sofort einig und flugs wurde der Grill aufgestellt.

 

 

Weil wir aber ja längst nicht alle Objekte der Künstler-Nekropole gesehen hatten und sich auch irgendwie noch nicht der rechte Hunger/Durst einstellen wollte, setzten wir voll motiviert unsere Entdeckungstour über den weitläufigen "Totenacker" fort.

 

Es wurde ausgiebig Heinrich Brummack's "Vogeltränke" (Diese sollte uns später noch sehr helfen) bewundert.

 

 

 

 

 

Weiter führte uns der Weg zu Timm Ulrich's "Auf der Unterseite der Erdoberfläche", wo uns dessen Dualität bewusst wurde und dann zu Oskar Blase's konvex-konkaven Auge. "Das Auge, dass das Negative und Postive im Leben sieht und im Inneren festhält" - das hat den Autor sehr berührt. 

Auf dem Weg zum "Abendtreffen an der Lichtung - Harry's Abschied", einem Werk von Blalla W. Hallman, wurde es eben dies - Abend - und schon etwas schaurig-schummrig. 

Weiter lustwandelten wir durch dunklen Tann und verloren zuweilen etwas die Orientierung - wir hatten auch nicht an flüssiger Wegzehrung gespart ;)

Ich persönlich fühlte mich jetzt jedenfalls stark an den ersten Teil von "Blair Witch Project" erinnert ... gruselig.

 

 

 

Die letzte Grabstelle auf unserer Reise ist der "Denkort", eine Gruppe von senkrechten, in einer Lichtung zu einem Oktogon gestellten Platten aus selbstrostendem Stahl.

 

Mit einem Laser hat Ugo Dossi in die äußeren Teile vier Formen der Seele eingeschnitten, während die inneren vier Platten vier Gesichter des Todes zeigen - diese archetypischen Bilder sind in Trance enstanden und haben uns tief beeindruckt.

 Schließlich fanden wir aber doch den Weg zum Grabmonument von Rune Mields, der bisher einzigen Künstlerin der Nekropole.

 

"La vita corre come rivo fluente" - "Das Leben läuft wie ein fließender Fluss" - ein Seneca Zitat. Die Malerin thematisiert hier die vielen Eckpunkte und Wendungen in ihrem Leben.

 

 

Nach soviel Kultur hatten alle "Schwartsler" mächtig Hunger und Durst bekommen, also stolperten sie fast orientierunglos in absoluter Finsterniss "Blair-Witch-mäßig" durch den unheimlichen Totenwald ;) bis endlich das von einem mutig dort allein gebliebenen Vereinshelden inzwischen entzündete Grillfeuer durch's Geäst funkelte und alle auf den rechten Weg zurück zum "Spielraum" führte...

 

...wir nutzten die Gedenkstätte wohl ganz im Sinne des Erschaffers für unsere wohlverdiente Grillfeier.

Ach ja, und die Restglut haben wir zum Schluß in der besgaten "Vogeltränke" gelöscht.

  

Vielleicht bist du beim nächsten Schwartsausflug mit dabei?

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